14.11.2013 -

 

Am Start: Badische Holzenergie-Genossenschaft
Günstige Energie aus dem Wald
Erstes Contracting-Projekt in Lenzkirch umgesetzt

Deutlich im Aufwind: Energiegenossenschaften, die bereits 1,2 Milliarden Euro in Erneuerbare Energie investiert haben. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen Jahren verzehnfacht – und seit dem Herbst 2013 ist eine außergewöhnliche Genossenschaft auf dem Markt: Die „Badische Holzenergie-Genossenschaft“ (BHEG) setzt auf Erneuerbare Energie aus dem Wald, verbunden mit einem modernen Contracting-Konzept.

Oft bläst eine alte Ölheizung bares Geld durch den Kamin – doch dem Eigentümer fehlen die finanziellen Mittel, um in eine moderne Heizung zu investieren. Beim Contracting übernimmt der Anbieter die Investitionskosten, betreibt die neue Anlage hocheffizient und verkauft die Wärme seinem Kunden.

Genau das macht die „Badische Holzenergie-Genossenschaft“, die ihre Heizungsanlagen mit Pellets aus regionaler Wertschöpfung feuert – umweltfreundlich, klimaneutral und ökonomisch sinnvoll.

„Wie gut das funktioniert, haben wir gleich mit einem ersten Projekt bewiesen“, sagt Vorstand Andreas Weber. Das war ein Mehrfamilienhaus in Lenzkirch/Hochschwarzwald: Die alte Heizung verbrannte Öl, die neue nutzt Pellets als Brennstoff. So werden die CO2-Emissionen um 96 Prozent zurückgehen, und die erwartete Ersparnis fällt deutlich aus, im Vergleich zur Ölheizung. Sechs Prozent weniger Kosten lassen sich kalkulieren – und das bereits im ersten Jahr.

Die BHEG hat sich auf das „Kleinanlagen-Contracting“ spezialisiert, zum Beispiel für Kindergärten, Kirchengemeinden, Mehrfamilienhäuser, Handwerksbetriebe und kommunale Einrichtungen.

Die neue Genossenschaft will auch andere Energiegenossenschaften ansprechen: „Wir bieten eine Zusammenarbeit bei Nahwärme-Netzen an, deren Heizkessel mit Holz oder Pellets gefeuert werden“, erklärt Weber. Die Kassen vieler Energiegenossenschaften seien gut gefüllt, Wind- und Solarprojekte nicht die einzige Möglichkeit, in die Energiewende zu investieren. „Da ist unser Contracting-Modell mit Pellets als Brennstoff eine interessante Erweiterung des Portfolios“, so der Vorstand.

Rückenwind für das Contracting kommt inzwischen aus der Landespolitik, Umweltminister Franz Untersteller hat im Sommer eine „Contracting- Offensive“ gestartet. Dazu sagte der Minister: „Contracting macht aus der Investition zum Beispiel in die Sanierung eines Gebäudes ein gutes Geschäft zum Nutzen der Wirtschaft und zum Nutzen des Klimaschutzes.“

Über die Badische Holzenergie-Genossenschaft:

Sitz der Genossenschaft ist Heidelberg, seit dem 01. August 2013 ist sie im Genossenschaftsregister eingetragen. Ihr Einzugsgebiet ist zunächst Süddeutschland, später soll es auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt werden. Bisher haben 27 Mitglieder 74 Anteile á 1.000 Euro gezeichnet, sie kommen aus ganz Süddeutschland.

Die Genossenschaft arbeitet eng mit der „Bioenergieshop GmbH“ zusammen, die Projektierung, Betriebsführung und Wartung der Contracting-Anlagen übernimmt. Die Vorstände der Genossenschaft sind Laura Kaier, Markus Wallenwein und Andreas Weber, der auch Geschäftsführer der „Bioenergieshop GmbH“ ist. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist Dr. Ulrich Kaier.

> Günstige Energie aus dem Wald 2013-11-14